Samstag, 5. Januar 2013

Alt und neu - die bislang erschienen deutschen Jommeke-Alben

Zunächst etwas Statistik:
Von den bislang in Deutschland seit 2010 neu veröffentlichten sechs Jommeke-Alben ist nur eines neueren Datums: Die Gurkenprinzessin (Band 6). Das Album stammt aus dem Jahr 2003.
Alle anderen bisher bei uns erschienen Bände sind älteren Datums. Neben der Gurkenprinzessin das neuste ist Die Planke von Jan Haring. Es erschien in Belgien 1977 als Band 84 der Jommeke-Reihe.
Der älteste bislang bei uns veröffentliche Comic ist Der Schilkrötenschatz; er stammt aus dem Jahr 1961. Gefolgt vom Jampuddinggespenst (1963), Der tiefe Brunnen (1964) und Kinderherrschaft (1966). Der Schildkrötenschatz war in Belgien der Jommeke-Band 9, Das Jampuddinggespenst Band 13, Der tiefe Brunnen war Band 17 und Kinderherrschaft Band 26.
Die Gurkenprinzessin erschien als Band 223.
Operation Bonsai, der nächste im deutschsprachigen Raum geplante Jommeke-Band, kam in Belgien als Band 219 heraus und stammt aus dem Jahr 2002, der übernächste, Die Paradiesinsel war in Belgien Band 12 und erschien 1962.
Das in den Aachener Zeitungen zur Zeit in Fortsetzungen publizierte Abenteuer Der blaue Wunschstein (es soll danach ebenfalls als Album herauskommen) ist von allen das bislang aktuellste, es stammt von Oktober 2011.

Mancher Leser und manche Leserin wird die Unterschiede bemerkt haben: Der Zeichenstil von Kinderherrschaft etwa unterscheidet sich deutlich von jenem der Gurkenprinzessin, dieser wiederum vom Stil der Planke von Jan Haring. Und dies nicht nur, weil andere Zeichner am Werk waren - es sind auch ganz klar zeitbezogene Unterschiede auszumachen.

Jommeke 1961: Blassere Farben, eigenwilligerer, aber etwas statischer Zeichenstil ( aus "Der Schildkrötenschatz")
(© worldwide publishing rights Ballon Media B.V.)

Jommeke 2003: "Mainstreamkompatiblerer", mehr dynamischer Zeichenstil, differenziertere Farbgebung (aus "Die Gurkenprinzessin").
(© worldwide publishing rights Ballon Media B.V.)

So ist der Jommeke von heute dynamischer in den Zeichnungen, "filmischer" auch, Perspektivenwechsel sind viel häufiger zu finden als früher, wo manchmal seitenlang Gespräche "abgebildet" waren, und die sprechenden Figuren in jedem Panel aus demselben Blickwinkel gezeigt wurden. Heute ist mehr "Action" auszumachen, mehr zeichnerische "Lebendigkeit".
Das soll aber die alten Geschichten keineswegs abwerten! Dialogwitz und skurrile Einfälle machten die relativ statische Erzählweise von damals problemlos wett. Guckt man sich heute etwa ein Asterix-Album aus den Sechzigerjahren an, kann man dieselbe Statik der "Kamera" (des Blickwinkels) von einem Panel zum nächsten feststellen. 

Den unaufgeklärten Lesern könnte das Nebeneinander der verschiedenen, zeitgeistbedingten Zeichenstilen in den neuen Jommeke-Alben etwas verwirren. Hilfreich wäre da eine Angabe im Impressum, welche den Termin der Erstausgabe offenlegt.
Ihren grossen Reiz und ihre Faszination - und das ist das Besondere an den Jommeke-Comics - haben die Geschichten aus jeder Epoche, die Alten wie die Neuen!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen