Montag, 11. Februar 2013

Jommeke Band 192


"Neptuns Dreizack" hiess das 192 Jommeke-Album, das 1997 in Belgien erschienen ist.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Es gehört zu den schwächsten Jommeke-Bänden, die ich bislang kennengelernt habe. Die Geschichte ist derart simpel, dass man den Plot von Beginn weg durchschaut.
De drietand van Neptunus handelt von einer Forschergruppe, welche in der Adria der versunkenen Stadt Atlantis auf der Spur ist. Mit Käpten Jan Haring zusammen sind auch Jommeke und seine Freunde vor Ort. Als Filiberke beim Angeln der Meeresgott Neptun leibhaftig erscheint, glaubt ihm natürlich keiner - auch der Leser nicht. Und genau da liegt das Problem dieser Geschichte.
Als Leser durchschaut man allzuschnell, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, man erkennt mit etwas Kombinationsgabe auch ziemlich rasch, was da faul ist. Die Geschichte schleppt sich aber dahin und gibt sich geheimnisvoll, obwohl längst kein Geheimnis mehr besteht.

In diesem Abenteuer ist auch der typische Humor, der solche Mängel sonst wettmacht, weitgehend abwesend. Die "Gags" beschränken sich auf nahezu peinliche Weise auf die ständige Falschbenamsung Jan Harings durch Professor Gobelijn. Ob er ihn nun Käpten Kabeljau, Tintenfisch, Schellfisch oder Miesmuschel nennt - die Häufung macht den bereits in anderen Alben totgerittenen Witz nicht lustiger.

Ein Bildbeispiel des "unbekannten Zeichners": Ausdruckslose Gesichter und falsche Proportionen.
Auch die Zeichnungen wollen zumindest mir nicht gefallen. Man weiss ja heute nicht mehr mit Sicherheit zu sagen, wer welches Jommeke-Album gezeichnet hat - der Zeichner, der hier am Werk war bleibt also unbenannt (obwohl ich aufgrund von Insiderinformationen auf Patrick van Lierde tippe). Sein Strich ist charakteristisch und sofort erkennbar - er hat in den Neunzigerjahren viele Alben gezeichnet. Leider? Nun, es gibt auch gute Alben von ihm.

Über das 192-te bleibt zu sagen, dass es eines jener wenigen Alben ist, das nicht auf Deutsch erscheinen muss.

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