Freitag, 15. März 2013

Westernabenteuer mit allem Drum und Dran


Jommeke-Album 114, übersetzt etwa "Das Kriebelkraut" (oder "Kribbelkraut"?), erschien im Jahr 1983 in Belgien, der Zeichner und Texter sind (zumindest mir) nicht bekannt.

Im Jahr 1967 eröffente Jommeke-Schöpfer Jef Nys seiner Figur die Möglichkeit, auch Westernabenteuer zu bestehen. In Band 30, "Jommeke in de Far West", fliegen Jommeke und Filiberke mit einem Motorflugzeug los und muss im amerikanischen Westen notlanden, wo sie auf den Stamm der "sauberen Füsse" und dessen Anführer "Dicke Springmaus" treffen, mit denen sie ein spannendes Abenteuer erleben.
In der Folge kehrten Jommeke und Filiberke immer mal wieder wieder zu den "sauberen Füssen" zurück.

So auch in Band 114, der ein waschechtes Westernabenteuer mit allem Drum und Dran enthält. Zonnendorp kommt gar nicht erst vor - die Handlung setzt mit der Ankunft unserer Helden in der Prärie bei den "sauberen Füssen" ein. Ihr Häuptling hat die Jungs eingeladen, mit ihm die Geburt seines Sohns zu feiern. Doch schon bald nach der Ankunft der beiden "Bleichgesichter" trifft eine Nachricht vom befreundeten Stamm der "Kurzbeine" ein: Der Sohn von deren Häuptling leidet an der gefährlichen Kriebelkrankheit, die einzig mit dem Kriebelkraut geheilt werden kann. Dieses Kraut wiederum wird vom feindlichen Stamm der Langbeine angebaut und gehütet.
Jommeke, Filiberke, Flip und Pekkie erklären sich bereit, ins feindliche Land zu reisen und das Kraut zu holen. Dazu haben sie aber nur zehn Tage Zeit - andernfalls würde der Junge sterben. Dicke Springmaus gibt dem Quartett einen jungen Indianer namens "Kleiner Bison" mit, für den die gefährliche Reise die Bewährungsprobe ist.

Somit sind die Weichen gestellt für ein schön erzähltes, atmosphärisch überzeugendes Abenteuer voll Spannung und überraschender Wendung. Es erinnert in Art und Bildern ein bischen an die Geschichten in den Bessy-Hefte, die ja auch aus Flandern stammten (die älteren Semester erinnern sich). Het Kriebelkriud glänzt nicht wie andere Jommekes mit Humor und absurden Begebenheiten, sondern mit einer geradlinig erzählten, fantasievoll ausgeschmückten Geschichte.

Zunächst müssen unsere Freunde einigen Gefahren der Natur trotzen, bevor sie in Feindesland gelangen. Noch bevor sie dort ankommen, werden sie von zwei Spähern der Langbeine entdeckt, die sie allerdings abschütteln können.
Im Lager der Langbeine haben sie Glück, denn die Männer sind gerade zur Kriebelkraut-Ernte losgezogen. Die Frauen nehmen es mit dem Bewachen des Lagers nicht so genau, so dass die vier Freunde unbemerkt eindringen können. Filiberke und Kleiner Bison entdecken das Kriebelkraut in einer verborgenen Höhe hinter einem Wasserfall. Allerdings wird es vom einem alten Weisen bewacht, der zuerst überlistet werden muss. Doch das erweist sich als gar nicht so einfach. Zudem wird Jommeke von den schon früher aufgetretenen Spähern entdeckt und gefangen genommen...

Einmal mehr fällt auf, dass die Belgier viel unaufgeregter mit den Thema political correctness umgehen. Die Indianer sprechen hier, wie sie es in den deutschen Comics in den Siebzigern noch getan hatten, heute aber nicht mehr dürfen: "Bleichgesichter sprechen mit gespaltener Zunge", oder "tapfere weisse Brüder müssen jetzt sein leise".
Was bei uns schon lang nicht mehr geht - die Flamen lassen das auch in der Neuausgabe einfach stehen.


Het Kriebelkruid würde sich in der deutschen Jommeke-Reihe gut machen. Allerdings müsste zuerst der belgische Band 30 erscheinen, wo der Stamm der "sauberen Füsse" eingeführt wird.
 

1 Kommentar:

  1. hey,
    Very Nice blog postte deze informatie is geweldig ... bedankt voor het aandeel te bloggen ....

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